Die Geschichte des Klempner - Handwerks !

Auszug aus dem Buch:

Zur Geschichte der Klempner und des Klubs Laterne

„Vom Amt der Leuchtenmacher zur Innung Sanitär-Heizung-Klempner"

Das Buch gibt einen Einblick in die wechselvolle Geschichte des Klempnerhand-werks in Hamburg. Angefangen von den „Leuchtenmachern" im 16. Jahrhundert bis hin zur modernen Installations- und Klempnertechnik werden die sozialen und tech-nischen Entwicklungen geschildert und die Rolle von Amt, Innung und Klub Laterne gewürdigt.

„Welcker in disser stadt ein luchtenmaker wesen will..."

Die Amtsrolle der Hamburger Leuchtenmacher von 1541

Das genaue Gründungsjahr der Zunft - oder, wie man in Hamburg sagt, des Amtes der Leuchtenmacher - ist nicht mehr zu ermitteln. Die ältesten überlieferten Amtsartikel stammen aus dem 16. Jahrhundert und sind mit dem 13. Juli 1541 datiert. Vermutlich bildeten die Leuchtenmacher zu diesem Zeitpunkt erstmals ein eigenes Amt.
Mit Sicherheit gab es dieses Handwerk in Hamburg auch schon früher; es war jedoch mit anderen Professionen zu einem Amt zusammengefasst. So waren die Leuchtenmacher noch 1515 mit den Kistenmachern, dem ältesten der Hamburger Tischlerämter in einem Amt. Der Grund dafür lag darin, dass die Leuchtenmacher in den Anfangszeiten Laternen überwie-gend aus Holz herstellten. Erst später wurde Eisenblech benutzt. Vor allem mit der Verwen-dung des Korrosionsbeständigen, verzinnten Eisenblechs (Weißblech) seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts stand dann ein Werkstoff zur Verfügung, der es ermöglichte, Lampen, Laternen und Hausgerätschaften preisgünstig, haltbar und in allen denkbaren Formen herzu-stellen. In Hamburg hielt man trotzdem an der Bezeichnung Leuchtenmacher noch bis in das 19. Jahrhundert hinein fest, obwohl längst auch andere Gegenstände produziert wurden. Allerdings wurde seit dem frühen 18. Jahrhundert zusätzlich immer häufiger die Bezeichnung Klempner gebraucht /1709: >Amt der Leuchtenmacher und Klempner<). Der Begriff „Klempner" leitet sich vermutlich vom Altdeutschen „klampern" her und bezeichnet lautmalerisch das Geräusch, das entsteht, wenn mit einem Hammer auf dünnes Blech geschlagen wird. In der folgenden Zeit wechselte man dann zwischen den Bezeichnungen Leuchtenmacher und Klempner hin und her oder nutzte auch eine Kombination aus beiden Begriffen. Die 1835 in Hamburg erlassene „Special-Rolle" regelte ganz salomonisch die Verhältnisses der >Leuch-tenmacher oder Klempner<. Im 19. Jahrhundert war dann in der Regen vom Klempner die Rede, seit den 1870er Jahren gesellte sich dann die Bezeichnung des „Gas- und Wasserarbeiters" hinzu. Der „Installateur" dagegen nahm erst nach 1900 seine Arbeit auf. Im benachbarten Altona produzierte man zwar ebenfalls blecherne Laternen und Leuchten, ohne diese Produkte jedoch im Namen zu führen. Stattdessen bezog man sich auf das verwendete Material: 1774 wurde hier das Amt der >Klempner und Blechenschläger< begründet, Vorbild war das seit 1686 in Glückstadt bestehende Blechschläger-Amt.

„Dieses ist ein schönes und sehr nützliches Handwerk"

Abraham a Sancta Clara, ein wortgewaltiger Prediger des 17. Jahrhundert, war sich 1600 mit seinem Urteil ganz sicher: „Dieses ist ein schönes und sehr nützliches Handwerk, da sie aus Blech allerley Sachen, ja war man fest verlangt, machen können..."
Gemeint waren die Klempner - und diese vermochten schon damals vieles herzustellen, aber leider eben doch nicht alles. „Diese Handwercks-Leut machen nach Wunsch und Begehren allerley Dinge: als da seynd Schüsseln, Becher Schaalen, Leuchter, Reibeisen, Heber, Büchsen, Schweibzeug etc. absonderlich große und kleine Trachter, jedoch keinen, wodurch man könnte einen Stroh-Kopf die Wissenschaft eingießen...."
Die heutigen Klempner haben seitdem ihre Fertigkeiten und ihre Möglichkeiten noch um so manches erweitert - die Herstellung Nürnberger Trichter, die das Lernen doch um so vieles leichter machen würden, gehören leider noch immer nicht zum Angebot.
Trotzdem - auch ohne diesen Service: Die Entwicklung, auf die das Klempnerhandwerk zurückblicken kann, ist beeindruckend, und seine Geschichte zu verfolgen, eine faszinierende und lohnende Angelegenheit. Bei den Klempnern ging es immer um Wesentliches. Die Leuchtenmacher, auf die Tradition der Hamburger Klemoner sich zurückverfolgen läßt, sor-gen für Licht in der Dunkelheit. Ohne die später von ihnen hergestellten Blechwaren funktionierte kein Haushalt. Die Grundlagen moderner Wohnlichkeit und Hygiene - fließendes Wasser, Abwasserbeseitigung, ein dichtes Dach, die Versorgung mit Gas - alles dieses ist ohne den Klempner nicht denkbar.
Die Geschichte des Klempnerhandwerks ist spannend - und je näher man die Entwicklung betrachtet, je mehr Details hervortreten, desto spannender wird sie. Wie andere Handwerke auch hatte die Klempnerei im 19. Jahrhundert eine schwere Krise durchzustehen. Die alte handwerkliche Herstellung wurde aus der Neuproduktion weitgehend verdrängt, da man gegenüber den Fabriken nicht mehr konkurrenzfähig war. Was nun auf der einen Seite verloren ging, gewann man auf der anderen Seite jedoch wieder hinzu. Die Expansion der Bauklempnerei und dann vor allem der große Bereich der Installation schufen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Grundlage, die Krise erfolgreich zu überwinden.

Klaus Gille
Vom Amt der Leuchtenmacher zur Innung Sanitär-Heizung-Klempner

Leinen, 180 Seiten mit ca. 100
Schwarzweißen und farbigen
Abbildungen
Preis: ca. 35€

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